Telefoninterview, Videointerview

Nebst dem klassischen Vorstellungsgespräch, bei dem Bewerbende von Personal- und Abteilungsverantwortlichen zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden, gibt es auch zahlreiche Sonderformate, in denen Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft werden. Hier sind ein paar beliebte Selektionsverfahren vorgestellt.

Bei beiden gilt: Behandeln Sie ein Telefon- und Videointerview wie ein normales Vorstellungsgespräch! Bereiten Sie sich vor, damit Sie die Zeit nutzen können um die Fragen zu beantworten statt über sie nachzudenken.

Telefoninterview

Telefoninterviews eignen sich zur Vorselektion, wenn Zeit und Geld gespart werden soll, oder wenn zum Beispiel die geografische Distanz zwischen dem Aufenthaltsort des Bewerbenden und dem Arbeitgeber zu gross ist. Am Telefon können sich Personalverantwortliche rasch einen ersten Eindruck eines/einer Kandidat*in verschaffen und grundsätzliche Fragen zu dessen Lebenslauf und Motivation klären. Telefoninterviews werden auch gerne verwendet, um Bewerber auf ihre Kommunikationskompetenzen zu überprüfen oder Fremdsprachenkenntnisse zu testen.

Punkto Vorbereitung gelten für ein Telefoninterview dieselben Regeln wie für ein normales Vorstellungsgespräch, allerdings sind einige Punkte besonders zu beachten:

Zeitpunkt: Falls das Unternehmen unangemeldet zu einem ungünstigen Zeitpunkt (z.B. unterwegs) anruft, kann man um einen neuen, zeitnahen Termin bitten, an dem man ungestört telefonieren kann.
•  Dauer:  Es lohnt sich, vorab zu klären, wie lange ein Telefoninterview voraussichtlich dauern wird. Das hilft bei der Vorbereitung und schafft Sicherheit. In einem fünfzehnminütigen Gespräch werden nur ein paar grundsätzliche Fragen geklärt, in einem längeren Gespräch ist auch Platz für eigene Rückfragen.
Akustik und Technik: Stellen Sie sicher, dass Sie in einer ruhigen Umgebung (ohne Hintergrundmusik, Strassenlärm oder Kindergeschrei) und mit einer guten Verbindung (Festnetz oder Handy mit geladenem Akku) telefonieren können.
Gedächtnisstütze: Halten Sie das Stelleninserat, Ihren Lebenslauf, Ihr Motivationsschreiben sowie Ihre Fragen und Notizen griffbereit. So können Sie zwischendurch rasch etwas nachschlagen, Ihre Fragen klären und somit stets souverän und möglichst ruhig wirken.
Stimme: Setzen Sie sich gerade hin und atmen Sie ruhig, das entspannt. Bei einem Telefoninterview in liegender Position auf dem Sofa kann man leicht in einen informellen Jargon verfallen. Im Notfall können Sie heimlich einen Schluck Wasser trinken, wenn Ihr Mund trocken wird. Zigaretten, Kaugummi und Essen während eines Telefoninterviews sind absolut Tabu!
•  Sprache: Versuchen Sie, möglichst deutlich, klar und ruhig zu sprechen. Falls Sie etwas nicht verstanden haben, dürfen Sie nachfragen. Auch Pausen sind erlaubt, sie fallen am Telefon nur mehr auf als im persönlichen Gespräch. Vermeiden Sie auf jeden Fall, Ihrem Gesprächspartner ins Wort zu fallen und zu schnell und hastig zu antworten. Versuchen Sie, so natürlich wie möglich zu wirken.
Übung macht den Meister: Sowohl für das klassische Vorstellungsgespräch als auch für das Telefoninterview lohnt es sich, im Vorfeld mit Freunden oder einem Familienmitglied zu üben. Wenn man sich immer wieder neuen und überraschenden Fragen stellt, bleibt man authentisch und läuft nicht Gefahr, seine Antworten einstudiert und automatisch wiederzugeben.

Videointerview

Für das Videointerview gelten dieselben Punkte wie für das Telefoninterview, allerdings kommen noch ein paar wichtige dazu - der Wichtigste: Testen Sie das Setting vorher! 

Kamera: Da Sie sich im besten Licht zeigen wollten, lohnt es sich, die Bild- und Tonqualität vor dem Interview zu testen. Je nachdem muss in eine gute Kamera und in ein Headset mit Mikrofon investiert werden. Prüfen Sie, ob die Internetverbindung stabil ist, damit das Interview ohne technische Pannen durchgeführt werden kann. Achten Sie darauf, wo die Kamera ist, damit Sie Augenkontakt halten können.

Kleidung: Für das Videointerview gilt derselbe Dresscode wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch, seriös und für das Unternehmen passend. Freizeitkleidung ist Tabu, auch wenn das Gegenüber die Jogginghose nicht unbedingt sieht.

Licht: Achten Sie auf eine gute Ausleuchtung, am besten indirektes Licht oder eine Beleuchtung (nicht zu stark) von vorne.

Hintergrund: Denken Sie daran, dass alle sichtbaren Bereiche (Schreibtisch, Wände) möglichst aufgeräumt bzw. neutral sind. Persönliche Fotos oder Poster im Hintergrund sollten vermieden werden.

Haltung: Achten Sie auf eine aufrechte Sitzposition, in der Ihr Gesicht und Ihr Oberkörper zu sehen sind. Versuchen Sie stets in die Kamera (und nicht auf den Bildschirm!) zu schauen und vergessen Sie nicht zu  lächeln.

• Bitte nicht stören: Schauen Sie, dass Sie ungestört bleiben. Schliessen Sie die Türe und hängen Sie ein "Bitte nicht stören"-Schild hin.